Bayerische Staatsforsten melden Gewinnrückgang

Quelle:
BaySF/IHB
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Der Umsatz der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) liegt für das Geschäftsjahr 2017 auf einem vergleichbaren Niveau wie in den vergangenen Jahren und liegt bei 402 Mio. Euro, wie das Unternehmen heute mitteilt. 90% davon oder 362 Mio. Euro entfallen auf das Kerngeschäft des Unternehmens, den Holzverkauf. Der Holzeinschlag lag mit 4,96 Mio. Festmeter (fm) unter der früher oft überschrittenen Marke von 5 Mio. fm. Die Preise für frische Fichte und die Holzpreise generell seien im Geschäftsjahr 2017 trotz der Folgen von Sturm Niklas stabil bzw. sogar leicht steigend gewesen, so die BaySF.

Trotz eines operativen Ergebnisses der Wirtschaftstätigkeit von erneut über 80 Mio. Euro ist der Gewinn von 71 Mio. Euro auf 54,1 Mio. Euro zurückgegangen. Die wesentliche Ursache dafür sind steigende Rückstellungen für Altersvorsorge, die die BaySF im Geschäftsjahr 2017 im Ergebnis zusätzlich um 13 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr belastet haben. Diese erhöhten Aufwendungen für Altersvorsorge seien direkte Folgen der Niedrigzinspolitik im Euro-Raum, erklärt das Unternehmen.

Das Geschäftsjahr war vor allem zu Beginn im Sommer 2016 wesentlich durch den Borkenkäfer geprägt. Insgesamt sind in den bayerischen Staatswäldern 2017 rund 710.000 fm Käferholz angefallen, das entspricht etwa 15 % des Gesamteinschlags. Damit liegt das Niveau etwa 56.000 fm unter dem Vorjahr, aber immer noch um fast das Doppelte über dem Niveau vor Niklas.

Um den Holzmarkt von den Sturm- und Borkenkäferholzmengen zu entlasten, lagern die Bayerischen Staatsforsten seit Sommer 2017 erstmals gute Qualitäten von Borkenkäferhölzern in Nasslagern ein, um diese erst bei einer verbesserten Marktlage zu verkaufen. Zudem gilt seit dem Sommersturm „Kolle“ in Niederbayern ein bayernweiter Einschlagstopp für Nadelfrischholz.

Von den rund 724.000 ha Staatswald waren 2008 rund ein Viertel, also etwa 172.000 ha umbaunotwendig. Ursprünglich sollten diese Wälder bis 2035 in klimastabile Mischwälder umgebaut sein. Bis Ende 2017 werden jedoch bereits rund 70.000 ha umgewandelt sein, so dass nur noch rund 100.000 ha verbleiben, melden die BaySF. Da jedes Jahr 7.000 ha umgebaut werden, könne der Umbau voraussichtlich bereits vorzeitig 2030 abgeschlossen sein. Maßgeblicher Grund sei eine deutliche Zunahme der Naturverjüngung, die mittlerweile drei Viertel der notwendigen Waldverjüngung liefert. Die Staatsforsten investierten im Geschäftsjahr 2017 rund 26 Mio. Euro in den Waldumbau in Form von Pflanzung bzw. Saat, Mischwuchs-pflege und Schutz vor Wildschäden.

Die Diskussion um den Dritten Nationalpark haben die Staatsforsten zum Anlass genommen zu erheben, wie der Stand bei der natürlichen Waldentwicklung ist. Demnach bleiben im Bayerischen Staatswald 81.800 ha der natürlichen Waldentwicklung überlassen, mit dauerhaftem Verzicht auf Holznutzung. Das seien 10,4% der Staatswaldfläche. Damit liege Bayern deutschlandweit in der Spitzengruppe. Ein Dritter Nationalpark, wie er von der Staatsregierung derzeit gesucht wird, sei dabei noch nicht berücksichtigt. Alle wilden Wälder Bayerns werden mit Karten und weiteren Informationen auf der Unternehmenswebsite sukzessiv veröffentlicht: www.baysf.de/wildewaelder. Jeder Bürger kann ab sofort bereits 45.000 ha auf Karten im Internet einsehen und in der Natur aufsuchen. Bis 2020 sollen alle 81.800 ha auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht werden.

Im Geschäftsjahr 2018 tritt die neue Unternehmensstrategie, das Nachhaltigkeitskonzept III, in Kraft. Allein über das extra eingerichtete Ideenportal seien rund 2.000 Verbesserungsideen eingebracht worden. Bis Ende des Jahres sollen die wesentlichen Ergebnisse der Unternehmensstrategie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören eine Intensivierung der Ausbildung, die Förderung des mehrgeschossigen Holzbaus durch Leuchtturmprojekte (Das erste Projekt wird ein mehrgeschossiger Wohnungsbau neben der Unternehmenszentrale in Regensburg sein), eine intensivere Forschung zu klimaplastischen Baumarten sowie eine Weiterentwicklung der digitelen luftgestützten Fernerkundung. Diese beschleunige die Zeit für strategische Entscheidungen, insbesondere bei Kalamitäten.

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