LIGNA: Intralogistik wird flexibel und fahrerlos

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IHB MK
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LIGNA IntralogisikDie Digitalisierung der Wirtschaft schreitet unaufhörlich voran. Überthema auf der LIGNA war die Vernetzte Produktion, ein eher abstrakter Begriff, unter dem man sich zunächst nicht viel vorstellen kann. Deutlich greifbarer wird die Entwicklung im Bereich der Intralogistik, also der Logistik innerhalb eines Betriebes. Hier wurden verschiedene, mehr oder weniger weit entwickelte Projekte und Produkte vorgestellt.

Bereits auf der LIGNA 2015 hatte Grenzebach den Prototyp eines AGV (Automatic Guided Vehicle) vorgestellt. Bereits vor der LIGNA 2017 hatte das Unternehmen den Küchenhersteller Nolte mit 12 dieser selbstfahrenden Lagerfahrzeuge ausgestattet.

TimberTec Staplerleitsystem und virtuelle Verladung

Timbertec StaplerleitsystemNicht für selbstfahrende Fahrzeuge, sondern für Stapler mit einem Fahrer hat das Softwarehaus TimberTec sein Staplerleitsystem entwickelt. Es arbeitet wie die Leitsysteme für selbstfahrende Fahrzeuge mit valide Ortsmarken, die das Systeme erkennt. Diese Marken werden in einem 15x15 m Raster in den Boden eingebracht, maximal 15.000 Stück. Zum anderen kennt das System die Lagerorte von Paketen. Jeder Stapler hat eine Recheneinheit zur Ermittlung der Position, des Beladungszustand und der Gabelhöhe. Aus diesen Daten ermittelt das Staplerleitsystem eine Fahrwegoptimierung. Der Fahrer bekommt dann Fahraufträge auf ein Display auf dem Stapler. Die Recheneinheit sowie das Ortserkennungssystem werden von Bosch-Tochter Zenotrack zugeliefert.

Timbertec virtuelle VerladungDarüber hinaus hat TimberTec ein virtuelles Verladesystem vorgestellt. Mit einer Virtual Reality (VR)-Brille kann ein Mitarbeiter einen LKW noch vor der Produktion virtuell mit den zu erwartenden Paketen beladen. So können Ausladung und Ladereihenfolge optimiert werden.

Möhringer entwickelt Autonomes Fahrzeug M.A.T.S.

Möhringer M.A.T.S.M.A.T.S. heißt das jüngste Kind aus dem Hause Möhringer Anlagenbau. M.A.T.S. steht für Möhringer Autonomes Transport System. Dr. Alois Eimannsberger ist für den Entwicklungsbereich zuständig und für ihn ist klar, dass die Intralogistik des Industrie 4.0-Zeitalters immer öfter mit selbstfahrenden Einheiten arbeiten wird.

Welche Aufbauvariante gewählt wird, hängt von den Bedürfnissen des Nutzers ab, sagt Eimannsberger. M.A.T.S. gibt es als Seitenstapler, Hubtisch, Rollenbahn, Ladefläche, oder was immer gebraucht wird. Ein typisches Problem sind vergessene Teile in einer Kommission. Dies lasse sich beispielsweise mit M.A.T.S. in Kombination mit der Stapelsoftware Flexistack von Möhringer lösen, so Eimannsberger.

Das Basisfahrzeug von M.A.T.S. hat je nach Ausführung eine Tragkraft von bis zu 250 Tonnen. Den Zulieferer des Fahrzeugs, mit dem zusammen Möhringer M.A.T.S. entwickelt, wollte Eimannsberger nicht nennen. Das Fahrzeug erreicht eine Geschwindigkeit von 5 km/h. Hindernisse werden durch Sensoren erkannt.

HOMAG und serva bauen FTF

HOMAG FTFFTF heißt die Entwicklung, die zusammen mit serva, einem Spezialisten für autonome Fahrzeuge kurz vor der LIGNA auf den weg gebraucht hat, und die als Prototyp auf der LIGNA zu sehen war. FTF steht für Fahrerloses TransportFahrzeug. HOMAG entwickelt derzeit mit Pilotkunden aus der Möbelindustrie die genaue Ausformung des FTF. Ziel ist eine höhere Flexibilität in der innerbetrieblichen Transportkette, z.B. bei unvorhergesehenen Produktionsumstellungen, bei denen mit Hilfe der FTFs trotzdem immer eine optimale Teileversorgung gewährleistet sein soll. Serva betreibt bereits autonome Parkroboter bei Audi und am Flughafen Düsseldorf.

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